Zentrum für Diagnostik und Therapie
chronischer und komplexer Schmerzen

Kagraner Platz /
Doningasse 12/1/5
1220 Wien

Kopf- und Gesichtsschmerzen

Kopf- und Gesichtsschmerzen sind nicht gleich Kopf- und Gesichtsschmerzen — die Unterscheidung ist entscheidend für die Therapie. Was wie „Kopfschmerzen“ klingt, kann eine neurologische Erkrankung mit genetischer Grundlage sein, ein vaskuläres Syndrom, eine Schmerzerkrankung der Gesichtsnerven oder eine Kombination aus allem. Wer hier pauschal behandelt, behandelt falsch.

  • Migräne ist eine neurologische Erkrankung mit genetischer Grundlage. Sie verläuft in Attacken, oft mit Aura, Lichtempfindlichkeit, Übelkeit — und einer postiktalen Erschöpfung, die den Anfall noch verlängert. Bei mehr als 15 Kopfschmerztagen pro Monat spricht man von chronischer Migräne — eine Situation, die spezifische Prophylaxekonzepte braucht.
  • Spannungskopfschmerz ist der häufigste Kopfschmerztyp — dumpf, drückend, beidseitig, oft mit Muskelverspannungen im Nacken verbunden. Chronisch geworden, wird er zu oft mit Schmerzmitteln überbrückt — was das Problem langfristig verschlimmert und in einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz münden kann.
  • Cluster-Kopfschmerz ist selten, aber extrem: einseitige, bohrende Schmerzattacken rund ums Auge, oft nächtlich, in Episoden gehäuft — von Betroffenen als schlimmster Schmerz beschrieben, den ein Mensch erleben kann.
  • Trigeminusneuralgie ist eine Erkrankung des fünften Hirnnervs — mit blitzartigen, einschießenden Schmerzattacken im Gesicht, die Sekunden dauern, aber von einer Intensität sind, die Betroffene in ihrem Alltag massiv einschränkt. Auslöser können Kauen, Sprechen oder eine leichte Berührung der Wange sein. Die Trigeminusneuralgie ist eine der schmerzhaftesten Erkrankungen überhaupt — und sie ist behandelbar.
  • Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet Funktionsstörungen im Bereich des Kauapparats — Kiefergelenk, Kaumuskulatur und die umliegenden Strukturen — die chronische Schmerzen im Gesicht, Kiefer, Schläfen und Ohren verursachen können, oft begleitet von Kieferknacken, eingeschränkter Mundöffnung und Schmerzen beim Kauen. Was viele nicht wissen: CMD kann auch Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und Tinnitus auslösen oder verstärken — weil Kauapparat und Halswirbelsäule funktionell eng miteinander verbunden sind.
    Betroffene landen häufig beim Zahnarzt, beim HNO-Arzt oder beim Orthopäden — und werden von jedem ein Stück weitergereicht. Dabei ist CMD eine Schmerzerkrankung, die von einem spezialisierten Team interdisziplinär behandelt werden muss: schmerzmedizinisch, physiotherapeutisch und wo nötig interventionell.
  • Atypischer Gesichtsschmerz ist eine Diagnose, die oft am Ende einer langen Suche steht — wenn alle anderen Ursachen ausgeschlossen wurden und der Schmerz trotzdem bleibt. Dumpf, anhaltend, schwer zu lokalisieren, manchmal brennend — er folgt keinem klaren Nervenverlauf und passt in kein eindeutiges Bild. Das macht ihn schwer zu diagnostizieren, schwer zu erklären und schwer zu behandeln. Und es macht Betroffene besonders anfällig dafür, nicht ernst genommen zu werden. Atypischer Gesichtsschmerz ist dennoch real — neurobiologisch fassbar, wenn auch nicht immer strukturell erklärbar. Er gehört in die Hände von Spezialisten, die den Unterschied kennen zwischen dem, was das Bild zeigt, und dem, was der Mensch erlebt.
  • Seltene Kopf- und Gesichtsschmerzformen wie SUNCT, SUNA oder Hemicrania continua sind wenig bekannt, aber real — und brauchen spezialisierte Diagnose und Therapie, die in der Regelversorgung selten zur Verfügung steht.

Unser Zugang: Wir sind spezialisiert auf therapieresistente und chronische Kopf- und Gesichtsschmerzen — mit modernen Prophylaxekonzepten, Botulinumtoxin, Nervenblockaden und dem Mut, auch dann weiterzusuchen, wenn das Offensichtliche schon probiert wurde.