Zentrum für Diagnostik und Therapie
chronischer und komplexer Schmerzen

Kagraner Platz /
Doningasse 12/1/5
1220 Wien

Schmerz und Psyche

Schmerz ist immer auch Erfahrung — er wird gefühlt, bewertet, erinnert. Das Gehirn trennt nicht sauber zwischen „körperlichem“ und „psychischem“ Schmerz: beide aktivieren dieselben Hirnareale, beide hinterlassen Spuren im Nervensystem, beide verändern, wie wir die Welt wahrnehmen.

Wenn Schmerz und Psyche eng zusammenwirken, entstehen Schmerzbilder, die in der Regelversorgung zu oft missverstanden werden. Fibromyalgie — flächenhafte Schmerzen am ganzen Körper, begleitet von Erschöpfung und Schlafstörungen, ohne strukturellen Befund — ist keine Einbildung, sondern eine gut beschriebene Störung der zentralen Schmerzverarbeitung. Die somatoforme Schmerzstörung beschreibt anhaltende Schmerzen, für die keine ausreichende organische Erklärung gefunden wird — was nicht bedeutet, dass sie nicht real sind, sondern dass sie anders entstehen. Und Depression und chronischer Schmerz sind so eng verknüpft, dass sie sich gegenseitig aufrechterhalten: Schmerz macht depressiv, Depression macht schmerzempfindlicher.

Diese Zusammenhänge zu verstehen ist keine Frage der Psychologie allein — es ist Neurobiologie. Und es ist die Grundlage dafür, dass wir diese Erkrankungen nicht mit einem Achselzucken, sondern mit einem klaren multimodalen Konzept behandeln.

Unser Zugang: Psychotherapie, Schmerzmedizin und Physiotherapie arbeiten bei diesen Schmerzbildern besonders eng zusammen — weil keiner der drei Bausteine allein ausreicht.