Schmerzen im Bewegungsapparat
Gelenke
Gelenkschmerzen sind so vielfältig wie die Gelenke selbst — und sie haben eines gemeinsam: Wenn sie chronisch werden, verändern sie den Alltag grundlegend. Jeder Schritt wird zur Überlegung, jede Treppe zur Herausforderung, jede Nacht zur Geduldsprobe.
Arthrose
Die häufigste Ursache chronischer Gelenkschmerzen ist die Arthrose — der fortschreitende Abbau von Knorpelgewebe, der Knie, Hüfte, Schulter, Finger oder Sprunggelenk betreffen kann. Aber Arthrose erklärt nicht alles: Entzündliche Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Kristallarthropathien wie Gicht, oder Schmerzen nach Gelenkverletzungen und Operationen folgen anderen Mechanismen — und brauchen andere Therapien.
Chronische Sehnenansatzschmerzen
Zu unserem Behandlungsspektrum gehören auch chronische Sehnenansatzschmerzen — allen voran der Tennisellbogen, medizinisch laterale Epikondylitis, bei dem der Ansatz der Unterarmstrecker am Ellbogen chronisch gereizt ist und trotz des harmlosen Namens monatelang beeinträchtigen kann. Ebenso der Fersensporn — eine schmerzhafte Reizung des Sehnenansatzes an der Ferse, die jeden Morgen den ersten Schritt zur Qual macht. Beide sprechen auf gezielte interventionelle Verfahren — Infiltration, Stoßwelle, Eigenbluttherapie — oft sehr gut an.
Unser Zugang: Wir analysieren, was hinter dem Gelenkschmerz steckt — strukturell, entzündlich, neuropathisch oder zentral sensibilisiert — und kombinieren gezielt interventionelle Verfahren mit physiotherapeutischer Begleitung und medikamentöser Unterstützung.
Wirbelsäule
Die Wirbelsäule ist das statische und dynamische Zentrum des Körpers — und entsprechend häufig Quelle chronischer Schmerzen. Was viele nicht wissen: Der Befund im MRT erklärt den Schmerz oft nur zum Teil. Bandscheibenvorfälle ohne Schmerzen sind genauso häufig wie Schmerzen ohne eindeutigen Befund. Entscheidend ist nicht nur, was das Bild zeigt — sondern wie der Mensch dahinter damit lebt.
Die häufigsten Ursachen chronischer Wirbelsäulenschmerzen im Überblick:
- Bandscheibenvorwölbung & Bandscheibenvorfall — Die Bandscheibe zwischen zwei Wirbelkörpern tritt aus ihrer normalen Position heraus und kann dabei Nervenwurzeln reizen oder komprimieren. Das Ergebnis: lokaler Rückenschmerz, aber auch ausstrahlende Schmerzen in Arme oder Beine — je nachdem, welches Segment betroffen ist.
- Facettengelenksdegeneration — Die kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) verschleißen mit der Zeit und verursachen typischerweise tiefen, lokalen Rückenschmerz, der sich beim Aufstehen oder nach längerem Stehen verstärkt. Ein häufig unterschätztes Schmerzbild — und eines, das auf gezielte Facetteninfiltration oder Nervenablation sehr gut anspricht.
- Gleitwirbel (Spondylolisthese) — Ein Wirbelkörper verschiebt sich gegenüber dem darunterliegenden nach vorne. Das kann angeboren, degenerativ oder traumatisch bedingt sein und führt zu Schmerzen, die je nach Ausmaß von lokalen Rückenschmerzen bis zu schweren neurologischen Ausfällen reichen.
- Wirbelkanalstenose (Spinalkanalstenose) — Der Kanal, durch den das Rückenmark und die Nervenwurzeln verlaufen, wird enger — meist durch degenerative Veränderungen. Das klassische Bild: Schmerzen und Schwäche in den Beinen beim Gehen, die im Sitzen oder Vorbeugen nachlassen. Viele Betroffene berichten, dass sie mit dem Einkaufswagen weiter gehen können als ohne — weil die gebeugte Haltung den Kanal minimal erweitert.
- Postoperative Schmerzsyndrome — Einer der häufigsten und frustrierendsten Zustände in der Schmerzmedizin: der Schmerz, der nach einer Wirbelsäulenoperation bleibt oder wiederkommt. Das sogenannte Failed Back Surgery Syndrome ist kein seltenes Phänomen — und es ist behandelbar, auch wenn viele Betroffene das nicht mehr glauben. Wir haben Erfahrung mit genau diesen Fällen.
Unser Zugang: Wir betrachten die Wirbelsäule nicht isoliert. Wir analysieren das Zusammenspiel aus strukturellen Veränderungen, Muskulatur, Bewegungsmustern und zentraler Schmerzverarbeitung — und erstellen einen Behandlungsplan, der über die nächste Infiltration hinausdenkt.